Warum wir so arbeiten?

Drei Merkmale kennzeichnen unsere Arbeitsweise:
wir sind zivilgesellschaftlich, transnational, und Gender orientiert.



1. Zivilgesellschaft
Die Spielräume für unsere Projektarbeit haben sich durch die öffentliche Förderung der Zivilgesellschaft, die Reform der Unternehmensstiftungen und die staatliche Dezentralisierung in Frankreich, Deutschland und Marokko eröffnet. Wir mobilisieren ungenutzte soziale Energien, die nicht von der Wirtschaft, den öffentlichen Verwaltungen und den religiösen Institutionen angesprochen werden. Unsere Arbeit fördert soziale Innovationen.

2. Transnational
Da unsere Biographien transnational sind, möchten wir auch transnational denken und handeln. Dies bedeutet, dass wir die finanziellen, sozialen und Wissensunterschiede zwischen den Menschen in Nordeuropa und Nordafrika reduzieren möchten. Wir möchten, dass sich jeder Mitarbeiter und Geförderte in Würde behandelt fühlt und entsprechend seinen Fähigkeiten mitmacht. Somit können wir dank digitaler Medien weltweit virtuelle Arbeitsgruppen koordinieren und neue Lebenswelten zum Ausdruck bringen. Wir versuchen mit transnationalen Lösungen, die Lücken der nationalen Methode auszugleichen.

3. Gender
In diesem Kontext haben wir uns dafür entschieden, genderbasierte, transnationale Projekte im Bildungsbereich zu entwerfen und umzusetzen. In ländlichen Gebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas ist für Frauen der Weg zur höheren Bildung und zur freien Entfaltung der Persönlichkeit oft versperrt. Dies erhöht die gesundheitlichen Risiken und verringert die Bildungschancen ihrer Kinder, sodass ein Teufelskreis entsteht.

Da die Dienstleistungsgesellschaft frauenfreundliche Branchen wie den Tourismus, die Gesundheit, die Bildung und den Finanzsektor entwickelt, öffnen sich für junge Frauen neue Perspektiven. Durch eine bessere Bildung wollen wir ihnen mehr Chancen auf diesen neuen Arbeitsmärkten geben. Tatsächlich genügt es oft, wenn ein Familienmitglied einen gut bezahlten, festen Arbeitsplatz hat und die anderen Mitglieder gelegentliche Ressourcen beisteuern.

Nach unseren Beobachtungen verändert sich die soziale Position der Mädchen und der jungen Frauen, wenn das Familienoberhaupt erkennt, dass seine Tochter externe Ressourcen anzieht. Die Ressourcenorientierung und die Medienwirksamkeit unserer Projekte erhöhen den sozialen Status der Familien, was letztere erfahrungsgemäß stark motiviert.

In den Freiräumen, die wir den geförderten jungen Frauen öffnen, suchen letztere Gleichgewichte zwischen ihren Fähigkeiten und ihrem Verantwortungsbewusstsein für ihre Familien und ihre Kultur. Wir möchten, dass die von uns geförderten jungen Frauen sich in ihrer Ursprungsregion beruflich stabilisieren. Im Laufe der Förderlaufzeit die Gelegenheit erhalten sie aber Gelegenheiten, Industriezentren und Bildungseinrichtungen im In- und Ausland kennenzulernen.

Diese Frauen sollen für ihre Region Brücken zu anderen Regionen bauen können und gleichzeitig lokal verwurzelt sein, denn sie sind auf familiäre und lokale Netzwerke angewiesen. Andererseits, indem wir Menschen aus geographisch und sozial peripheren Gebieten näher zu Entscheidungs-zentren bringen, schaffen wir die Bedingungen für kurz- und langfristige soziale Innovationen.

Das Projekt „Une carrière pour elle - Eine Karriere für sie“

AIn Marokko sind lediglich 25% der Frauen erwerbstätig, was selbst im Vergleich zu anderen Ländern der MENA Region wenig ist (Milleniumziele, Nationalbericht Marokko, 2009).

Auch in öffentlichen Institutionen sind Frauen unterrepräsentiert: 10,5% der Parlamentsabgeordneten, 12,4% der Kommunalabgeordneten, 19,7% der Anwälte. In ländlichen Gebieten werden Mädchen oft von der Sekundarschule ferngehalten. Nach einem Bericht von Care Marokko (2012) fühlen sich besonders junge Frauen unter 25 Jahren von gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen. Außerdem gibt es in diesem Land eine chronisch hohe Jugendarbeitslosigkeit.

 

Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland

 

DAS PROJEKT "UNE CARRIERE POUR ELLE" WIRD GEFÖRDERT VON